In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Eine zentrale Frage der Gegenwart ist, was passiert, wenn wir Gestaltungsprozesse ganz oder teilweise an generative KI auslagern oder generative KI in Designprozesse integrieren. In diesem Seminar vergleichen wir daher die Logik und Funktionsweise generativer KI-Tools mit den Prinzipien menschlicher Gestaltungspraxis, wie sie in der Designtheorie der letzten Jahrzehnte beschrieben wurden. Dabei diskutieren wir zugleich unsere eigenen Erfahrungen in der Nutzung generativer KI. Das Seminar ist als ein gemeinsamer und ergebnisoffener Forschungsprozess angelegt, der auf den Gedanken und Erfahrungen aller Teilnehmenden beruht.
Im ersten Teil des Seminars beschäftigen wir uns mit aktuellen Texten zur Funktionsweise generativer KI und ihrem Verhältnis zu menschlicher Kognition und Autorschaft. Zunächst nehmen wir die Entstehungs- und Funktionsweise generativer KI in den Blick, spezifisch von Large Language Models sowie Tools zur Bildgenerierung und Visualisierung. Anschließend betrachten wir zentrale Debatten zum Verhältnis von KI zu menschlicher Kognition und Autorschaft: die Frage, inwiefern KI mit syntaktischen Verhältnissen operiert ohne über ein semantisch grundiertes Weltverständnis zu verfügen; die Frage, inwiefern generative KI menschliche Intelligenz nicht imitiert, sondern diese im Rahmen eines umfassenden Extraktionsprogramms enteignet; und schließlich die Frage, welche Konsequenzen die Zusammenarbeit mit generativer KI für unser Verständnis von Autorschaft hat.
Im zweiten Teil des Seminars lesen wir designtheoretische Texte zur Spezifik menschlicher Designpraxis, wie wir sie bisher verstanden haben. Dabei geht es um die Rolle eines impliziten, handlungsbezogenen Wissens und die Verschränkung des gestalterischen Denkens mit der Eigenlogik materieller Prozesse; um die Komplexität jener sozialen Kontexte, in die Gestaltung interveniert und die Prozesse von Interpretation und sozialer Aushandlung, die Planung und Gestaltung immer begleiten; und schließlich um die Rolle von Improvisation und spekulativer Phantasie. Auf dieser Grundlage überlegen und diskutieren wir gemeinsam, welche Rolle generative KI mit Blick auf diese verschiedenen Dimensionen der Gestaltungspraxis spielen kann und was dies für eure eigene Praxis bedeuten könnte.
Designpraxis hat immer auch einen sprachlichen und schriftlichen Anteil. Schreiben dient dabei der Dokumentation und Vermittlung, ist aber auch selbst essenzieller Teil von Denk- und Entwurfsprozessen. Im Seminar reflektieren wir daher auch über die Bedeutung von Schreibprozessen und textueller Autorschaft im Design. Zur Seminarleistung gehören mehrere kürzere Schreibaufgaben (eine Seite) zum Thema einzelner Sitzungen, die zugleich als Grundlage unserer Seminardiskussion dienen. Aus diesen Texten kann die schriftliche Hausarbeit entstehen.
Theorie und Geschichte
Designtheorie
Wintersemester 2026 / 2027
Donnerstag, 16:15 – 17:45
15.10.2026
Mart-Stam-Raum
Februar 2032