In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
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Früchte sind ein Sinngebilde für Deutung in der Kunst. Nicht selten werden sie in der Ikonographie, als Motive der Narration verwendet. In Mythen tauchten Früchte auf, oft wurden sie mit Göttinnen der Fruchtbarkeit und der Ernte in Verbindung gebracht. Ambrosia ist die Frucht, die den Göttern die Unsterblichkeit verleiht. Trauben sind im Bacchus-Kult, den Gott des Weins, der Freude und des Theaters in der antiken griechischen Kultur tief verwurzelt. In der Genesis ist der Apfel das Synonym zur verbotenen Frucht, den Baum der Erkenntnis, und stellt eine Bedrohung da. Der Granatapfel ist Sinnbild für die Schönheit der Frau und somit wird er gekürt als die Frucht der Liebe und Sinnlichkeit schlechthin. Die koreanischen Volkserzählung „Der Tiger und die Kaki“ (Gotgam) ist eine humorvolle Sage, über einen hungriger Tiger, der durch eine getrockneten süßen Kaki vertrieben wird.
Obst ist in der Literatur ein vielschichtiges faszinierendes Motiv. Die Autoren verwenden es seit eh und jeh um Symbolisches auszudrucken. Nicht selten stellt es ein Sinnbild für die warme Jahreszeit da, den Sommer. Es ist ein Lobgesang auf Genuss und eine Metapher fürs Leben. Johann Wolfgang Goethe schrieb in seiner Gedichte „Allerreifste Früchte“,
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Kommt, von allerreifsten Früchten
Mit Geschmack und Lust zu speisen!
Über Rosen läßt sich dichten,
In die Äpfel muß man beißen.
Obst war traditionell ein beliebtes malerisches Motiv im Stillleben und stand im Vanitas-Stillleben für die Vergänglichkeit des Lebens. Paul Cèzanne malte im Lauf seines Lebens rund 200 Stilleben. Dabei spielten Äpfel eine besondere Rolle. als die grundlegenden Forschungsobjekte für seine Studien über Form, Farbe und Raum. Der italienische Renaissancemaler Giuseppe Arcimboldo ist legendär für seine Obst- und Gemüseporträts. Die „Campbell's Tomato Soup“ (Tomatensuppe) von Andy Warhol ist eines der berühmtesten Meisterwerke der Pop Art und ein absolutes Symbol der modernen Konsumgesellschaft.
Beim zufälligen herabfallenden Apfel in seinem Garten entdeckte Isaac Newton die Erdgravitation. Der Designer Rob Janoff entwarf das Apple-Logo, den ikonischen alttestamentarischen Apfel mit Biss, im Jahr 1977. Auch beim alltäglichen Sprachgebrauch gibt es zahlreiche Redewendungen, um durch Früchte etwas anzudeuten „in den sauren Apfel zu beißen“, „Äpfel mit Birnen vergleichen“, „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, „Ausquetschen wie eine Zitrone“, „Tomaten auf den Augen haben“, „Alles Banane!“.
Was wir suchen und finden, ist die Kirsche im Kuchen, wie die Abbildungen von Früchten (gegebenenfalls Gemüse) eigensinnig, trotzig, sensibel aber auch humorvoll sein können. Bilderzählungen, die unsere Emotionen und Gedanken in Bewegung setzen. Für die Studie und Umsetzung der Ideen werden wie folgend benötigt, eine Geschichtenfindung, analoges Zeichnen, bewegtes Bild in Analog und Digital und eine Publikation. Der Schwerpunkt des Semesterprojekts „Obstrausch“ ist Zeichnen, Animieren und Zeichentrickfilm. Animation mit dem Software Dragonframe wird als Vertiefungskurs angeboten. Prof. Joseph Imorde unterstützt und begleitet das Semesterthema theoretisch. Teamarbeit ist zugelassen und die Unterrichtssprache ist Deutsch.
Projekt von Prof. Kyung-hwa Choi-ahoi.
Begleitet von Prof. Joseph Imorde und Matthias Hübner.
Vertiefungskurs von Daniel Sterlin-Altman
Projektbeginn: Di. 13.10 um 10:00 in der Drawing Garage (C104)
Unterrichtstage: Variable i.a. Montags oder/und Dienstags, selten Mittwochs
Visuelle Kommunikation
Semesterprojekt
Projektbegleitende Vertiefung
Wintersemester 2026 / 2027
13.10.2026
Drawing Garage / C104
Februar 2032