In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
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House of Little Wonders
In einer Zeit, die von permanenter Verfügbarkeit, Beschleunigung und einer hohen Dichte an Krisen- und Informationslagen geprägt ist, gewinnt das Bedürfnis nach temporären Gegenräumen zunehmend an Bedeutung. Eskapistische Praktiken ermöglichen es, alternative Wirklichkeiten zu entwerfen, Wahrnehmung neu zu justieren und emotionale sowie kognitive Erholungsräume zu schaffen. Sie sind damit nicht nur Rückzug, sondern auch produktiver Möglichkeitsraum – ein Ort der Imagination, der Kritik und der Selbstverortung. Räume, Objekte und Inszenierungen können gezielt so gestaltet werden, dass sie gewohnte Logiken durchbrechen, neue narrative Ebenen eröffnen und sinnliche Erfahrungen intensivieren. Dabei geht es weniger um ein Verlassen der Realität als um das bewusste Verschieben von Perspektiven.
Vor diesem Hintergrund entsteht das Projekt „House of Little Wonders“, in dem Modedesign-Studierende eigene räumliche Interventionen in 3D entwickeln. Ziel ist ein Gefüge aus kleinen, eigenständigen Erlebnisräumen, die jeweils unterschiedliche Formen von Eskapismus erfahrbar machen. Die Studierenden gestalten virtuelle, immersive Szenarien – poetisch, spielerisch, irritierend oder spekulativ. Jeder Raum fungiert als eigenständiger Mikrokosmos mit eigener Logik und Atmosphäre. Das „House of Little Wonders“ wird so zu einem kollektiven Experimentierfeld, in dem individuelle Entwürfe zu einem größeren Ganzen zusammenfinden. Besucher*innen bewegen sich durch eine Abfolge von Räumen, die verschiedene Formen des Eskapismus anbieten – vom Rückzug ins Intime bis hin zu transformierten oder surrealen Wirklichkeiten. Eskapismus wird hier als produktive Praxis verstanden, die neue Denk- und Erfahrungsräume eröffnet.
Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Werkstatt-Leitung des XR-Labs, Robin Rutenberg. Die Studierenden entwickeln Gestaltungskonzepte mit Fokus auf Form- und Oberflächengestaltung, entwerfen in CLO3D bekleidete Avatare in Bewegung und setzen die Räume mit Robin Rutenberg in Unity um, in denen diese Avatare inszeniert werden.
Der Kurs ist ein Pflichtmodul für Mode-Design-Studierende im 6. BA-Semester, ist aber auch geöffnet für andere Studierende, wenn es genügend Plätze gibt. BA-Studierende im 6. Semester können alternativ den Master-Portfolio-Kurs belegen. Der erste Kurstermin ist am Mittwoch, 15. April um 14:30 Uhr an den leistungsstarken Computern im hinteren Teil des Computerstudios.
Mode-Design
Gestaltungstechniken Textil + Bekleidung
Sommersemester 2026
Mittwoch, 14:30 – 17:00
15.04.2026
Computerstudio
August 2031